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Auszug aus der Geschichte der Kirchengemeinde Harsewinkel St. Lucia

Auf einem bischöflichen Haupthof (später Richterhof) im nordöstlichen Zipfel des liudgerianischen Missionsbezirks von Münster entstand im Laufe des 9. Jahrhunderts die Kirche zu Harsewinkel (um 1050 Haswinkila). Haupthof und Kirche gelangten 1185 durch Schenkung des Edlen und Vogts Widukind von Rheda an das neu gegründete Kloster Märienfeld. 

Bischof Hermann von Katzenellenbogen fügte den Archidiakonat hinzu, den er vom Stift St. Mauritz bei Münster eingetauscht hatte. Papst Leo X. bestätigte 1515 alle Rechte Marienfelds an der Kirche zu Harsewinkel. Marienfelder Mönche bekleideten bis 1803 das Amt des Pfarrers, der als Archidiakonatsvertreter die Bezeichnung Dechant führte. Bei der Kirche entwickelte sich eine dörfliche Ansiedlung, die kurz nach 1185 als »villa Hoswincle« genannt wird. 

Über das Dorf Harsewinkel besaß Marienfeld die Gerichtsbarkeit. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts erhielt die Siedlung Wigbold- und 1592 Marktrechte. 

Das ursprüngliche Kirchspiel erstreckte sich im Siedlungsgebiet der Senne zwischen Ems und Teutoburger Wald über Isselhorst soweit ostwärts, daß dadurch der Bereich Wiedenbrück vom Hauptteil des Bistums Osnabrück abgetrennt wurde. 

Zum Kirchspiel gehörten Ende des 12. Jahrhunderts die untergegangene Pfarre Wadenhard sowie Greffen und Isselhorst. Isselhorst gelangte bereits 1186 an Marienfeld, Greffen wurde in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts abgetrennt. Das mittelalterliche Kirchspiel umfaßte neben dem Dorf bzw. Wigbold die Bauerschaften Beller, Oester, Remse, Rheda und Überems. 

Oester und Remse wurden 1804 als Pfarre Marienfeld verselbständigt, Teile der Bauerschaft Überems kamen 1927 nach Greffen. Mit der Errichtung eines seelsorglich selbständigen Pfarrektorats wurde 1967 St. Paulus abgetrennt.

Abgepfarrt

Von Harsewinkel St. Lucia wurden abgepfarrt
• 1. Hälfte 13. Jh.: Greffen St. Johannes Baptist
• 1804: Bauerschaften Oester und Remse als Pfarrei Marienfeld verselbständigt
• 1927: Teile der Bauerschaft Überems nach Greffen
• 1967: Harsewinkel St. Paulus (ab 1968: eigene Pfarrei St. Paulus Harsewinkel)

Seelsorgeeinheit

Gegründet am 30. August 2009 bestehend aus:

  • St. Lucia, Harsewinkel
  • St. Paulus, Harsewinkel
  • St. Johannes d. T., Harsewinkel (Greffen)
  • Unbefleckte Empfängnis (St. Marien), Harsewinkel (Marienfeld)

Die Seelsorgeeinheit (Pfarreigemeinschaft) wurde aufgelöst mit der Fusion im April 2014.

Fusion

  • 27. April 2014:  Zusammenlegung (Fusion) von Harsewinkel St. Lucia (wird Pfarrkirche), St. Paulus, Greffen St. Johannes der Täufer und Marienfeld St. Marien Unbefleckte Empfängnis zur neuen Pfarrei Harsewinkel St. Lucia
     

Nachfolger 

  • Harsewinkel St. Lucia [Neugründung mit der Fusion 2014]; Diözese: Bistum Münster
  • 9.432 Katholiken (Stand: 31.12.2024)
     

Heutige kommunale Zugehörigkeit 

  • Stadt Harsewinkel (PLZ 33428), Kreis Gütersloh (früher [Alt-]Kreis Warendorf)

Die St.-Lucia-Kirche zu Harsewinkel

- Bau und Ausstattung der Kirche -

Pfarrkirche St. Lucia:

Bauzeit: 1857-60, neugotisch, Architekt: Emil von Manger, Oelde,
Sakristeierweiterung: 1960, Architekt: P. Wörmann, Warendorf.
- Dreischiffiger Hallenbau mit Kreuzrippengewölbe unter Satteldach, eingezogenes, niedriges Ostchorhaus mit 5/8 Schluß, Fassadenturm im Westen auf quadratischem Grundriß mit flankierenden Treppentürmen unter kupfergedecktem Helmdach, eingeschossiger Sakristeianbau unter abgewalmtem Satteldach im Nordosten; Natursteinmauerwerk, Naturschieferdeckung. 
 

Erweiterung vom neugotischem Turm der St.-Lucia-Kirche:
Architekten: Ludwig Becker (Mainz) und Wilhelm Sunder-Plaßmann (Soest u. Münster)
Turm fertig gestellt: 1904 (Bauzeit von ca. 1902 bis 1904)
Höhe der Uhr: 23 Meter
Höhe der Turmhelm: 32 Meter
Gesamthöhe vom Turm: 58,5 Meter (bis zur Kugel ohne Kreuz und Hahn)
 

Daten und Maße:

Gesamtlänge (Innenmaß): ca. 51 Meter

Gesamtbreite: ca. 19,30 Meter

Patrozinium: Hl. Lucia

Einweihung: 31. Mai 1860


Glocken

  1. Schlagton: c’, 159 cm, Bronze, 1947, Petit und Edelbrock, Gescher, Name der Glocke: Hl. Johannes
  2. Schlagton: d’, 130 cm, Bronze, 1511, H. Vogel,
    Inschrift der Glocke: Gode sye loff und ehre / Dorch myn geluet ick dat vermehre, / Sunte Anna bin ick genannt. / Myn gelüde sy gode bekannt. / MVCXI
  3. Schlagton: e’, 124 cm, Bronze, 1947, Petit und Edelbrock, Gescher, Name der Glocke: Hl. Lucia
  4. Schlagton: g’, 110 cm, Bronze, 1354, unbekannt,
    Inschrift der Glocke: FUNERA DEPLAGO / PLEBE VOCO / FULGURA FRAGO. MCCCLIIII. (Übersetzung: Die Toten verkünde ich, das Volk rufe ich, die Blitze breche ich. 1354)
  5. Schlagton: a’, 92 cm, Bronze, 1947, Petit und Edelbrock, Gescher. Name der Glocke: Gottesmutter

Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte die Lucia-Kirche in Harsewinkel vier Glocken. 
Zwei davon musste die Pfarrgemeinde vom Turm holen, die beiden ältesten Glocken von 1354 und 1511 durften wegen ihres Alters in Harsewinkel verbleiben.
1947 fand man die beiden verschollenen Glocken auf dem Glockenfriedhof in Hamburg wieder und brachte sie zurück nach Harsewinkel.
1946/47 stellte man das Material für den Guss von drei neuen Glocken bereit. Somit befinden sich folgende Glocken im Kirchturm der St. Lucia-Kirche.


Orgel

(1962/63), 38 Reg., mechanische Spiel- und elektrische Registertraktur. J. Klais, Bonn. 5 

I Rückpositiv C – g'''                                                         Pedalwerk C - f'
1. Holzgedackt                      8'30. Principal16'
2. Quintade                           8'31. Subbass16'
3. Venezianerflöte4'32. Octav8'
4. Principal2'33. Bassflöte8'
5. Terz                  1 3/5'34. Choralflöte4'
6. Sifflöte1 1/3'35. Nachthorn2'
7. Cymbel       3-4f 2/3' ½' 1/3'36. Hintersatz5f 2 2/3' 1' 1 1/3' 1' 2/3'
8. Musette     8'37. Posaune16'
  38. Trompete8'
II  Hauptwerk C – g'''                                                   III  Schwellwerk C - g'''
 9. Pommer            16'19. Rohrflöte8'
10. Principal                        8'20. Spitzgedackt8'
11. Gemshorn8'21. Principal4'
12. Oktave          4'22. Spillflöte4'
13. Rohrgedackt                4'23. Schweizerpfeife2'
14. Quinte2 2/3'  24. Oktävchen1'
15. Hohlflöte                           2'25. Sesquialter2f  1 1/3'  1 3/5'
16. Mixtur                                      5f 2' 1 1/3' 1' 2/3' ½'26. Scharff4f  1 ½' 1/3' 1/4'
17. Acuta3f 1/3' ¼' 1/5'27. Dulcian16'
18. Span. Trompete8'28. Schalmey      8'
  29. Kopftrompete4'

Gesamtzahl der Pfeifen: 2728 (Holz 177, Kupfer 128, Zinn 2423)

Spielhilfen: Manualkoppeln:I – IIPedalkoppeln:I - P
 III – II II - P
 III – I  III - P

Setzeranlage mit 10.000 Kombinationen und Sequenzschaltung. Die Orgel hat Schleifladen, mechanische Spieltraktur und elektrische Registertraktur.

Erbauer der Orgel: Johannes Klais, Orgelbauanstalt KG, Bonn, opus 1240 (1963)
Disposition: Johannes Klais in Zusammenarbeit mit Domorganist Heinrich Stockhorst, Münster
Prospektgestaltung: Johannes Klais, Bonn
Intonation: Norbert Späth, Firma Klais

Orgelsanierung, Einbau der Setzeranlage und Umgestaltung des Spieltischs: Orgel-Manufaktur Stefan Peters (2019)


Quellen - Literatur:

  • Werner Thissen (Bischöfliches Generalvikariat Münster [Hrsg.]): Das Bistum Münster, Band III - Die Pfarrgemeinden, S. 436-437, Verlag Regensburg 1993.
  • Pfarramt St. Lucia (Hrsg.): 150 Jahre Pfarrkirche St. Lucia, Harsewinkel im Mai 2010
  • Adolf Tibus: Gründungsgeschichte, S. 522-527.
  • BKW Warendorf, S.173-184.
  • Historische Stätten NRW, S. 293.
  • Dehio, Westfalen, S. 203.
  • Friedrich Helmert: Glockengeschichte des Kreises Warendorf, S.108-111.
  • Wilhelm Zuhorn: Kirchengeschichte von Warendorf, Bd. I, 1, S. 45-50.
  • Jörg Heimeshoff: v. Manger, S. 55-60.
  • Walter Werland: 1000 Jahre Harsewinkel. Zur Heimatgeschichte der Stadt an der Ems, Münster 1965.
  • Pfarrarchiv St. Lucia Harsewinkel
  • u. a.

Navi-Adresse:
Pfarrkirche St. Lucia
Kirchplatz 1
33428 Harsewinkel

Öffnungszeiten:
Mo/Di/Do/Fr/Sa/So
ca. 9 bis ca. 17 Uhr
(mittwochs geschlossen)


Regelmäßige Gottesdienste in der Pfarrkirche St. Lucia

Sonntag

9:00 Uhr Eucharistiefeier

19:00 Uhr Eucharistiefeier

Montag

18.30 Uhr Rosenkranzgebet

19:00 Uhr Eucharistiefeier

(Änderungen möglich! - Bitte die aktuelle Gottesdienstordnung beachten!)