Freiluftgottesdienste der Pfarrei St. Lucia in Marienfeld

Einladung an alle aus der Pfarrei und darüber hinaus

Ab dem kommenden Sonntag, 13.06.2021, wird die katholische Pfarrgemeinde St. Lucia auch in Marienfeld wieder regelmäßig die sonntägliche Eucharistie um 10.45 Uhr feiern. Da die Renovierungsarbeiten in der Abteikirche St. Marien noch länger andauern, wird der Gottesdienst auf dem Rasen zwischen Kirche und Friedhof (links vom Haupteingang) stattfinden. Sitzgelegenheiten sind in ausreichender Menge vorhanden, eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Pfarrei bittet um Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände und erinnert an die Maskenpflicht, die auch draußen gilt.
Falls in den nächsten Wochen wetterbedingt doch mal ein Sonntagsgottesdienst in die Pauluskirche verlegt werden muss, wird darüber rechtzeitig in der Presse sowie auf der Homepage der Pfarrei St. Lucia informiert werden.

Standpunkte zum Weggang Pater Gottfrieds aus Marienfeld geklärt

Link zum Bericht in der Kirchenzeitung "Kirche und Leben"

Brief von Pater Gottfried vom 07. April 2021

Ich grüße euch alle von Herzen und wünsche allen ein frohes Osterfest (nicht nachträglich, wir sind ja noch in der Osterwoche)! Ich grüße euch alle gleich: ob regelmäßige Kirchgänger oder Fernstehende, ob evangelisch, orthodox oder katholisch, ob Christ oder Nichtchrist, ob Gläubige oder Ungläubige. 
Am Gründonnerstag habe ich ein Video versandt, das viel Aufsehen erregt hat. Ich wollte mit dieser Videobotschaft ehrlich mitteilen, wie zurzeit meine Situation ist. Ich will nicht spalten und nicht zum Aufruhr aufrufen. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, vielleicht zu naiv und zu blauäugig. Dass es von manchen anders aufgefasst wurde, tut mir leid. 
Ich bin überwältigt von den zahllosen Sympathiebekundungen, von der Zustimmung und der unglaublichen Solidarität, die mir in unglaublich vielen Reaktionen, Nachrichten, Briefen und Telefonaten bekundet wurde. Das hat mich alles sehr bewegt, getröstet und aufgebaut. Ich kann gar nicht sagen und ausdrücken, wie dankbar ich dafür bin. Ihr habt mir alle sehr geholfen und gezeigt, dass mein Wirken in den letzten 19 Jahren für die Botschaft Jesu, für Mitmenschlichkeit und Barmherzigkeit, für das anbrechende Reich Gottes nicht vergeblich war. Ich entschuldige mich bei allen, an denen ich nicht richtig und gut gehandelt habe. Für die nächsten Tage und Wochen habe ich mir vorgenommen, jedem zu antworten. Aber das braucht Zeit. 

Ich werde nicht nach Marienfeld zurückkehren. Das tut mir selber sehr weh. Und das ist für viele von euch schwer zu verstehen. Aber glaubt mir, es ist in dieser Situation für alle Beteiligten besser so. Ich bin zurzeit in einem schwierigen physischen und psychischen Zustand. Ich brauche eine längere Zeit der Genesung und Rekonvaleszenz. Es gab auch schon erste konstruktive Gespräche über mögliche Zukunftsperspektiven.
Ich möchte keine offizielle Verabschiedung. Allein die Corona-Pandemie macht das unmöglich. Ich möchte, wenn alles wieder einigermaßen normal ist und wenn es mir besser geht, noch einmal zu einem Gottesdienst und zu einer Begegnung nach Marienfeld kommen. Das wird wahrscheinlich noch einige Zeit dauern. Bitte, schaut nach vorne! Lasst euch nicht von Traurigkeit und Resignation bestimmen!

Stellungnahme von Pfarrer André Pollmann zur Videobotschaft von Pater Gottfried

Die Videobotschaft von Pater Gottfried vom 01.04.2021 hat viele Menschen sehr betroffen gemacht. Auch mich hat seine Botschaft erreicht. Dazu viele Nachrichten von Pfarreimitgliedern. Ich nehme eine große Verunsicherung und Verärgerung wahr und möchte als Pfarrer folgende Stellungnahme dazu abgeben:

Seit der Zusammenlegung der ehemals selbständigen Pfarreien St. Lucia, St. Paulus, St. Johannes und St. Marien zur Pfarrei St. Lucia bin ich nun schon der dritte Pfarrer dieser Pfarrei, die deckungsgleich ist mit dem Stadtgebiet von Harsewinkel. Ich habe in den 18 Monaten meines Dienstes hier eine große Vielfalt an Begabungen und Talenten entdeckt, die Bereitschaft zum Engagement in unterschiedlichsten Bereichen von kirchlichem Vollzug und ein großes Potenzial an Möglichkeiten, die Menschen in Harsewinkel mit dem Evangelium Jesus Christi in Kontakt zu bringen. Ich erlebe in unserer großen Pfarrei eine Vielzahl von „Gemeinden“: unsere vier Kirchorte, 6 Kitas, die Schulen, Krankenhaus, Alten- und Pflegeheime, die Verbände, die Katechesen: Erstkommunion und Firmung, unsere Büchereien und bestimmt noch so manche mehr. Die Pfarrei St. Lucia ist für mich wie ein großes Feld auf der in unterschiedlicher Weise kirchliches Leben ermöglicht werden kann und soll. Das zu entwickeln ist eine enorm spannende Aufgabe. Aber es ist auch eine große Herausforderung. Dazu braucht es viele Menschen, die bereit sind, sich darauf einzulassen. Ich bin sehr dankbar für alle, die sich in unserer Pfarrei auf ihre Weise engagieren. Als Pfarrer nehme ich gerne die Gesamtverantwortung für die Pfarrei wahr und weiß mich gleichzeitig angewiesen auf Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und besonders auch auf freiwillig Engagierte, die in ihrem Bereich Leitung und Verantwortung übernehmen.

Ich bin Priester geworden, weil ich, geprägt durch meine Familie und Pfarrgemeinde, tiefe Freude am und durch den Glauben an Gott empfinde, so sehr, dass ich mich mit allen Stärken und Schwächen in seinen Dienst stelle. Die Freude am Glauben ist für mich Kraft für diesen Dienst an, mit und für die Menschen in der Pfarrei.
Das Berufsbild des „Pfarrers“ hat - wie viele andere Berufe auch - einen deutlichen Wandel in den vergangenen Jahren erlebt. Die pastoralen Räume sind viel größer geworden und dadurch haben sich auch die Anforderungen an die Aufgabe gewandelt. Das Arbeiten im Team ist unabdingbar und auch die Fähigkeit zu delegieren. Ich persönlich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch verheiratete Männer Pfarrer werden könnten und Frauen geweiht würden. Dadurch würde die Kirche – in meinen Augen – viel überzeugender und glaubwürdiger.
Dennoch möchte ich auch unter den realen Bedingungen keinen anderen Beruf ausüben als den des Pfarrers in einer Pfarrei mit ihren stetigen Veränderungen, vielen Kompromissen und der Anforderung nach hoher Flexibilität.
Aus meiner Sicht liegt darin vielleicht der tiefste Kern des Konflikts, den meine Vorgänger als Pfarrer und auch ich mit Pater Gottfried hatten: dass er als Pastor in der ganzen Pfarrei St. Lucia, für die er beauftragt ist, Aufgaben zu übernehmen hat, die er als Benediktiner aus seiner innersten Berufung her, möglicherweise gar nicht einlösen kann, weil eine große Pfarrei mit vielen Orten kein Kloster ist.
Ich bedauere sehr, dass der Konflikt auf diese Weise ausgetragen wird und hoffe inständig, dass es zu einer guten Lösung für alle kommen wird: für Pater Gottfried und für die Menschen in unserer Pfarrei.

Harsewinkel, 05.04.2021
André Pollmann, Pfarrer

Pressedienst Bistum Münster 02.04.21

Pater Gottfried Meier verlässt Pfarrei St. Lucia und Kloster Marienfeld

Abtei Gerleve und Bistum Münster reagieren auf Videobotschaft

Münster/Harsewinkel/Gerleve (pbm/sk). Pater Gottfried Meier, Benediktiner der Abtei Gerleve, wird die Pfarrei St. Lucia Harsewinkel und das Kloster Marienfeld verlassen. Marienfeld ist ein Ortsteil der Stadt Harsewinkel. Die bevorstehende Entpflichtung als Pastor der Pfarrei St. Lucia Harsewinkel hat Pater Gottfried selbst am 1. April in einer Videobotschaft bekanntgegeben. In dieser Botschaft erhebt er Vorwürfe unter anderem gegen das Bistum Münster. Mit dem Bistum gab es bisher einen Gestellungsvertrag für Pater Gottfried, der seit 2002 in Harsewinkel ist. In Marienfeld hatten die Zisterzienser Ende des 12. Jahrhunderts ein Kloster gegründet, in dem bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Mönche lebten. Pater Gottfried lebte seit 2004 in einem der Klostergebäude, wo er seitdem regelmäßig verschiedene gottesdienstliche und seelsorgliche Angebote machte.

In einer gemeinsamen Stellungnahme nehmen Abt Andreas (Gerleve) und Karl Render, der für den Einsatz der Seelsorger im Bistum Münster zuständig ist, zur Beendigung des Gestellungsvertrags und zur Videobotschaft von Pater Gottfried Stellung:

„Wir bedauern, dass Pater Gottfried am Gründonnerstag diesen nicht abgesprochenen Weg an die Öffentlichkeit gegangen ist. Wir hatten mit ihm einvernehmlich vereinbart, dass wir nach Ostern gemeinsam mitteilen werden, dass der Vertrag zwischen der Abtei und dem Bistum im Hinblick auf seinen Einsatz in Harsewinkel nicht verlängert wird. Dafür gibt es gute Gründe. Die Verantwortlichen des Ordens und des Bistums sind sich darüber einig.

Es gab in der Vergangenheit – das erwähnt Pater Gottfried selbst in seinem Video, daher können auch wir es hier sagen – immer wieder heftige Auseinandersetzungen. Die Gründe dafür liegen in den jahrelangen Problemen in der Zusammenarbeit von Pater Gottfried mit der Pfarrei und den verantwortlichen Leitungen. Er sah seine Rolle sehr stark vor allem in Marienfeld und nicht so sehr in der notwendigen Teamarbeit in der Pfarrei, für die er beauftragt war. Es wurde in der Vergangenheit unter anderem auch durch externe Hilfe versucht, Lösungen zu finden. Das ist nicht gelungen.

Vor diesem Hintergrund gab es im Oktober vergangenen Jahres ein Gespräch zwischen dem Bischof von Münster und dem Abt von Gerleve, in dem der Bischof deutlich machte, dass der Einsatz in der Pfarrei St. Lucia beendet werden wird. Im Anschluss hat sich der Abt von Gerleve selbst ein genaues Bild von der Situation in Harsewinkel/Marienfeld gemacht. Dabei hat sich bestätigt, dass ein weiterer Einsatz von Pater Gottfried dort keine Perspektive ist.

Der Vorwurf, den Pater Gottfried in dem Video macht, dass hinter seinem Rücken agiert worden sei, ist falsch. Es wurden nur Personen über diesen Vorgang informiert, die unmittelbar damit befasst waren. In einem Gespräch, das Ende Januar mit Pater Gottfried geführt wurde, wurden ihm die Gründe für die Beendigung des Einsatzes deutlich benannt. Auch Pater Gottfried hat in dem Gespräch zugestanden, dass er für sich keine Perspektive mehr in Harsewinkel sieht. Nachdem Pater Gottfried sich hierüber im Nachgang des Gesprächs gegenüber dem Abt von Gerleve kritisch geäußert hatte, wurde vereinbart, die weiteren Schritte gemeinsam nach Ostern zu gehen. Seit Februar konnte er eine Auszeit nehmen. Das Bistum Münster hat in dieser Zeit den Gestellungsvertrag weiter laufen lassen. Von daher ist es nicht so, dass das Bistum Münster den Gestellungsvertrag von Pater Gottfried einfach so oder kurzfristig gekündigt hätte. Ziel war es vielmehr, dass neben der Beendigung des Gestellungsvertrages zugleich auch die neue Aufgabe und Perspektive für Pater Gottfried geklärt sein sollte. Hier waren und sind seitens der Abtei in Absprache mit Pater Gottfried schon Gespräche für die Woche nach Ostern mit den Verantwortlichen an einem möglichen neuen Einsatzort vereinbart worden. Dass Pater Gottfried die bevorstehende Veränderung schwer fällt, ist nachvollziehbar, hat er sich doch mit sehr viel Einsatz und Herzblut insbesondere in Marienfeld engagiert, wofür ihm das Bistum sehr dankbar ist. Wir werden die Situation noch einmal mit ihm besprechen, ohne dass das an der Beendigung des Gestellungsvertrages etwas ändern wird. Auch in der Pfarrei, in der es durch die Videobotschaft ausgerechnet vor Ostern viel Unruhe gibt, wird es Gespräche geben, in denen erörtert wird, wie die Seelsorge gut im Dienst an den Menschen weitergehen kann.“