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Ostern auf unseren Friedhöfen

Bild: Erzbistum Köln / Jonas Heidebrecht In: Pfarrbriefservice.de

Wer die Auferstehung von den Toten mit eigenen Augen sehen will, der sollte unsere Friedhöfe mit ihren vielfältig gestalteten Grabstätten besuchen.

Diente ursprünglich der Grabstein als Schlussstein eines Höhlengrabes – auch Jesus wurde in ein solch begehbares Grab beigesetzt – , dienen heute Grabsteine als Projektionsflächen für die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Das kann durch ein Kreuz andeutet sein oder durch den auferstandenen Jesus Christus mit seiner Siegesfahne eindrücklich dargestellt werden. Neben dieser christlich grundierten Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod gibt es aber auch viele nichtreligiöse Symbole auf den Grabsteinen, die auf ein Leben jenseits des Todes hinweisen: Eine Treppe, die zu einer Tür führt. Getreideähren oder ein Lebensbaum, der im Wind Blätter verliert. Ob die Darstellungen einen religiösen oder nichtreligiösen Hintergrund haben, in jedem Fall drücken sie alle eine tiefe menschliche Sehnsucht aus, die ein Leben jenseits des Todes erhofft.

Besonders eindrücklich bleibt mir die Grabstätte eines Ehepaares. Vor dem Grabstein sitzen zwei braune Teddybären, die einander die Hand halten und vor sich ein Herz liegen haben. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Angehörigen bedanken, die die Gräber ihrer lieben Verstorbenen pflegen. Die mithilfe der Gestaltung des Grabes versuchen, ihre Trauer zu verarbeiten und so ihr Leben neu ordnen.

Im Namen aller Seelsorger von St. Lucia wünsche ich Ihnen gesegnete Kartage und ein frohes Osterfest. Möge das diesjährige Osterfest uns Kraft geben angesichts der Unwägbarkeiten unseres Lebens. Möge uns das diesjährige Osterfest Freude verleihen, damit wir den Vers singen können, den ich auf einem Grabstein fand: „Zu Dir, o Gott, erheben wir die Seele mit Vertrauen!“

 

Es grüßt herzlich

Pfr. Franz Josef Backhaus