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Langhaussanierung der St.-Lucia-Kirche Harsewinkel

Mauersegler-Nisthilfen

Mauersegler-Nisthilfen

Mauersegler-Nisthilfen

Stand: 23.06.2023: Wenn alles gut geht …

… dann kann die Fassadensanierung der St. Lucia-Kirche Anfang Juli beginnen. Voraussetzung ist allerdings, dass die im Juni stattfindende zweite und dritte Einflugs- und Ausflugskontrolle die zweite Einflugs- und Ausflugsstelle dort verortet, wo kein Gerüst steht. Nachdem dann die „Untere Naturschutzbehörde“ in Gütersloh grünes Licht gibt, kann das Gerüst weiter bis zur Traufe hochgezogen werden. 

Da die Fugen von unserem Biologen zuvor schon auf Fledermäuse hin geprüft wurden, sich aber keine gefunden haben, so dass er die Fugen versiegelte, können die Steinmetze, nachdem sie eine Fledermausschulung durch unseren Biologen erhalten haben, mit der Fassadensanierung beginnen. 

Wie man sieht, ist alles machbar, aber hochkomplex und mit zusätzlichen Kosten für uns als Kirchengemeinde verbunden. Anders sieht es mit der Dachsanierung aus. In seiner letzten Sitzung hat sich 

der Kirchenvorstand unserer Kirchengemeinde dafür ausgesprochen, die Dachsanierung trotz aller Probleme und Zusatzkosten nicht auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, sondern wie geplant durchzuführen. Nach wie vor ist vorgesehen, im Oktober mit den Arbeiten zu beginnen. Diese sollen dann in enger Abstimmung mit unserem Biologen und der Unteren Naturschutzbehörde in Gütersloh erfolgen. Ob sich allerdings alles wie geplant umsetzen lässt, können wir derzeit noch nicht sagen.

Übrigens: Das Gerücht, man hätte Fledermauspapas spätabends auf dem diesjährigen Weinfest in Harsewinkel gesichtet, während die schwangeren Fledermausmamas auf dem Dachboden hängen und die Wochenstube vorbereiten, hat sich nach eingehenden Recherchen nicht bewahrheitet. 

Es bleibt also weiterhin spannend!

Pfr. Franz Josef Backhaus

 

Stand: 09.06.2026: „Zwillinge sind eher selten!“

Unsere Fledermäuse machen uns das Planen hinsichtlich der Dach- und Fassadensanierung nicht einfach!

Nachdem ich unserem Biologen am 1. Juni einen Fragenkatalog gesandt habe, hat er darauf versiert und informativ geantwortet. So konnten mit den Wärmebildkameras die Zwergfledermaus und die Breitflügelfledermaus mit Sicherheit nachgewiesen werden. Von jeder Art wurden 15 Tiere nachgewiesen, mehr sind zu erwarten. Allerdings sind die Kinderstuben schwer nachweisbar, da beide Fledermausarten eine spaltenbewohnende Lebensweise im Dachbereich bevorzugen, die jeweils nur schwer einsehbar ist. Zurzeit werden von den Fledermäusen alle Vorbereitungen für die Errichtung der Kinderstuben getroffen, die auch ohne Jungtiere nach dem Bundesnaturschutzgesetz BNatSchG § 44 streng geschützt sind. Die Jungtiere kommen Mitte / Ende Juni zur Welt. Pro Fledermausweibchen gibt es normalerweise ein Jungtier, Zwillinge sind eher selten.

Somit steht weiterhin fest, dass die Dachsanierung erst im Oktober erfolgen kann, nachdem die jungen Fledermäuse ihre Kinderstube verlassen haben.

Arbeiten an der Außenfassade können – in Abstimmung mit der „Unteren Naturschutzbehörde“ in Gütersloh – erst nach zwei weiteren Ein- und Ausflugkontrollen unseres Biologen vorgenommen werden. Die Aufrüstung und Einnetzung des Gerüsts geschieht dann in enger ökologischer Begleitung unseres Biologen. Übrigens kostet der Kirchengemeinde jede Kontrolle 750 € (inklusive Fahrtkosten und Fahrzeit).

Es bleibt also weiterhin spannend.

Pfr. Franz Josef Backhaus

Stand: 01.06.2026: Detektivische Kleinarbeit an unseren Fledermäusen

Die erste Ausflugskontrolle unserer Fledermäuse ist am 21. Mai erfolgt. In einem Zeitraum von 20.45 – 23.30 Uhr haben drei Personen mithilfe von Wärmebildkameras und Fledermausdetektoren bei idealen Wetterbedingungen die St. Lucia-Kirche von mehreren Seiten beobachtet. Und siehe da: Ganze 8 Fledermäuse wurden bei ihrer abendlichen Exkursion beobachtet. 

Zwischenzeitlich konnten auch mehr als 8 Fledermäuse ausgemacht werden. Aber ob die auch vom Dachboden der Kirche kommen oder anderswoher? Gleichfalls stellt sich die Frage, wo sind die anderen Zwerg- und Breitflügelfledermäuse, die sich doch definitiv auf dem Dachboden in großer Anzahl aufhalten müssen? Und: Gibt es neben der berühmten Holztür noch eine zweite Aus- und Einflugmöglichkeit auf den Dachboden der Kirche? 

Fragen über Fragen, die einen versierten Sherlock Holmes erfordern. Und da Sherlock Holmes immer „elementar“ gearbeitet hat, wird als nächstes eine Einflugkontrolle durchgeführt, zumal die Fledermäuse hier besser zu beobachten sind, da sie vor dem Einfliegen zunächst schwärmen. Vielleicht erhöht sich dadurch auch ihre Zahl. Vielleicht ergibt sich noch eine zusätzliche Fledermausart. 
Es bleibt also weiterhin spannend.

Pfr. Franz Josef Backhaus

 

Stand: 20.05.2026: Neue Heimat für flinke Flugkünstler: St. Lucia installiert Mauersegler-Nisthilfen am Pfarrheim St. Lucia!

Pünktlich zum Start der diesjährigen Brutsaison setzt die katholische Pfarrei St. Lucia Harsewinkel ein sichtbares Zeichen für den Natur- und Artenschutz: Am Pfarrheim St. Lucia im Zentrum von Harsewinkel wurden jetzt neue Nistkästen für Mauersegler aufgehängt.

Die eleganten Flugkünstler gehören zu den faszinierendsten heimischen Vogelarten. Mit ihren schmalen Flügeln und rasanten Flugmanövern sind Mauersegler wahre Meister der Lüfte. Den größten Teil ihres Lebens verbringen sie in der Luft – selbst schlafen und fressen können die Tiere während des Fluges. Umso wichtiger sind sichere Brutplätze, denn geeignete Nistmöglichkeiten an Gebäuden werden durch moderne Bauweisen und Modernisierungen zunehmend seltener.

Mit der Installation der neuen Nistkästen möchte die Pfarrei nicht nur den geschützten Vögeln helfen, sondern auch das Bewusstsein für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt stärken. Die Kästen wurden gezielt am Pfarrheim angebracht, wo die Mauersegler künftig ideale Bedingungen für ihre Brut vorfinden sollen.

Mauersegler kehren jedes Jahr im Frühjahr aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika nach Deutschland zurück und nutzen häufig über viele Jahre hinweg denselben Brutplatz. Die nun aufgehängten Nistkästen könnten daher schon bald dauerhaft besiedelt werden und den Tieren langfristig ein Zuhause bieten.

Das Projekt verbindet praktischen Naturschutz mit lokalem Engagement und zeigt, wie Kirchengemeinden aktiv Verantwortung für Umwelt und Schöpfung übernehmen können. Gleichzeitig leisten die neuen Nistkästen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer Vogelart, deren Lebensräume zunehmend unter Druck geraten. 

Mit den fünf neuen Mauersegler-Nistkästen am Pfarrheim St. Lucia ist im Herzen von Harsewinkel nun ein weiterer kleiner, aber bedeutender Lebensraum für die schnellen Sommerboten entstanden.

Für die Pfarrei St. Lucia: F. van Roje (leitender Küster der Pfarrei St. Lucia Harsewinkel)
 

Stand: 19.05.2026: Eine weitere Fledermausart wurde gesichtet!

Neben den Zwergfledermäusen, die schon seit einigen Wochen auf dem Dachboden unserer St. Lucia-Kirche herumflattern, sind nun auch erste Exemplare der Breitflügelfledermaus gesichtet worden. Allerdings ist diese Fledermausart etwas scheu und hängt nicht offen ab, sondern eher versteckt in Spalten. 

Die Weibchen beider Fledermausarten richten zurzeit wohl die Kinderstube her. Ob schon Nachwuchs da ist, konnte noch nicht geklärt werden.
Anscheinend gibt es neben der bekannten Einflug- und Ausflugstelle noch eine weitere, bisher unbekannte Stelle, die beide Fledermausarten in freundschaftlichem Miteinander für ihre Exkursionen nutzen. Mithilfe einer Wärmebildkamera soll diese Stelle zeitnah herausgefunden werden.

Sobald die Wochenstuben eingerichtet sind und der Nachwuchs da ist, können die nächsten Schritte einer ökologisch begleiteten Sanierung der Fassade und des Dachs überlegt werden.
In diesem Zusammenhang ist es von großem Interesse, dass Sozialverhalten beider Fledermausarten untereinander näher zu untersuchen. Es bleibt also spannend.

Pfr. Franz Josef Backhaus
 

Stand: 23.04.2026: Neues von unseren Fledermäusen

Am Donnerstag, 16. April, fand ein Gespräch zwischen dem Architekturbüro Eggersmann (Warendorf), Herrn Michael Hewing (Biologe aus Münster), der unteren Naturschutzbehörde (Gütersloh) und unserer Kirchengemeinde statt.

Zur Fledermausart: Aufgrund von installierten Videokameras wurden bisher nur Zwergfledermäuse auf dem Dachboden der St. Lucia-Kirche gesichtet. Dennoch wird aufgrund der genetischen Kotanalyse auch mit der Gegenwart der Breitflügelfledermaus gerechnet, auch wenn sie videomäßig noch nicht erfasst wurde.

Zur Dachsanierung: Die Dachsanierung kann erst im Oktober begonnen werden. Im Zeitraum bis September ist aufgrund der Wochenstube der Fledermäuse eine Dachsanierung ausgeschlossen. Während der Dachsanierung ist eine enge Abstimmung zwischen Dachdecker und Herrn Hewing notwendig.

Zu den Fassadenarbeiten: Ende Mai / Anfang Juni wird wohl feststehen, an welchen Stellen die Fledermäuse ein- und ausfliegen. Mit Ausnahme dieser Stellen kann dann das Gerüst bis zur Traufe hochgezogen werden und die Fassadenarbeiten können kleinteilig in Abstimmung mit Herrn Hewing beginnen.

Fazit: Abgesehen davon, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht mehr eingehalten werden kann, stellt sich auch die Frage nach der Kostensteigerung, die nicht unerheblich sein dürfte. Daher wird in der nächsten Kirchenvorstandssitzung die Langhaussanierung der St. Lucia-Kirche ein wichtiges Thema sein.

Pfr. Franz Josef Backhaus

 

Stand: 10. März 2026: Mögen Sie Fledermäuse?

Auf jeden Fall hat die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Gütersloh ein großes Herz für Fledermäuse.

Seitdem im Februar dieses Jahres Fledermauskot auf dem Dachboden der St. Lucia-Kirche gefunden wurde, ist völlig offen, ob und wann die Langhaussanierung, vor allem die Dachsanierung, erfolgen kann, denn der Dachboden der St. Lucia-Kirche bildet die Kinderstube einer seltenen Fledermausart. Für uns als Bauherrn wird sich dadurch nicht nur der geplante Zeitplan der Langhaussanierung nicht mehr einhalten lassen. Auch die Sanierungskosten werden sich deutlich erhöhen.

Text: Pfarrer Franz Josef Backhaus

 

Stand: 10. Februar 2026: Gerüste an der St.-Lucia-Kirche? Was hat das zu bedeuten? 

Nachdem der Innenraum der Kirche modernisiert wurde und nachdem man den Kirchturm saniert hat, ist nun in einem dritten Bauabschnitt das Langhaus unserer Kirche dran. Das gesamte Mauerwerk wird begutachtet und eventuell ausgebessert. Gleiches geschieht auch mit dem Dach, das an vielen Stellen in die Jahre gekommen ist. 

Die Kosten für die Langhaussanierung werden zu einem großen Teil vom Bistum Münster übernommen, der kleinere Teil wird durch Entnahme aus der Baurücklage unserer Kirchengemeinde abgedeckt. Vorgesehen ist, dass dieser dritte Bauabschnitt Ende dieses Jahres seinen Abschluss findet.

Text: Pfarrer Franz Josef Backhaus