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    Marienfelder Altar

    Der Marienfelder Altar, Vorgänger des jetzigen Hochaltars, wurde 1458 eingeweiht. Seine 16 Tafeln stellten acht Szenen des Marienlebens und des Lebens Christi dar und acht Szenen der Passion. Sein Maler ist Johann Koerbecke, dessen Wohnung in Münster nachgewiesen ist.

    Die 15 erhaltenen Tafeln befinden sich, was hre, bald nach ihrer Verschleuderung in einer Versteigerung nach dem Reichsdeputationshauptschluss einsetzende Wertschätzung anzeigt, im Besitz weltbedeutender Museen zwischen Moskau und Chicago.

    Sechs der 15 erhaltenen Tafeln befinden sich im Landesmuseum in Münster.

    Wie konnte es zur Verstreuung eines heute als Meisterwerk westfälischen Tafelmalerei gepriesenen, früher zusammenhängenden Flügelaltars kommen?

    Den Verhängnisvollen Anfang setze Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg, der dem Marienfelder Abt Johannes von Stade anriet, das als unmodern angesehene Werk zu entfernen und durch einen von seinem Hofmaler Rudolphi entworfenen Altarbau zu ersetzen. Das geschah dann auch 1680. Der zerschnittene Flügelaltar wurde, mehr aus Pietät, denn aus Wertschätzung aufbewahrt, bis die Preußen, als sie das Kloster vereinnahmten, die Einzelstücke vorfanden. In schöner preußischer Ordnung wurde vor einer Versteigerung ein Kunstkenner zu Rate gezogen. Es war ein gebürtiger Harsewinkler, der in Münster ansässige Maler Johann Christoph Rincklake. Nach seinem Gutachten hätte der Altar zusammenhängend erhalten bleiben können. Aus welchen Gründen auch immer das nicht geschah, sei dahingestelt.

    Die Versteigerung der Tafeln brachte den Preußen noch nicht einmal den Schätzwert eines Taxators, der auch noch hinzugezogen worden war.

    Mittlerweile wurde der Altar - in Kopie - im Chorumgang wieder zusammengetragen. Die fehlende Tafel wurde vom Künstler ergänzt.

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